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„Akademiker in die Armee“ Auftaktveranstaltung am 21.11.2011 im Café Amelié mit Michael Schulze von Glaßer

8. November 2011

Gießen. Nun ist es endlich soweit! Die erste Veranstaltung wird am 21.11 stattfinden und sich rund um das Thema „Engagement der Bundeswehr an Hochschulen“ drehen. Unter dem Motto „Akademiker in die Armee-Das Engagement der Bundeswehr an Schulen und Hochschulen“ wollen wir zusammen mit Michael Schulze von Glaßer erhellen, welche Strategien die Bundeswehr an der „Heimatfront“, so auch der Titel von Schulze von Glaßers Buch von 2010, das bei Papy Rossa erschienen ist, anwendet, um junge Menschen aus den Hochschulen und Bildungseinrichtungen generell für die Bundeswehr zu begeistern und einzunehmen.

Hintergrund ist nicht nur die bereits erwähnte „Gießener Sicherheitskonferenz“ veranstaltet vom Reservistenverband im April dieses Jahres und abgehalten in der Aula des Hauptgebäudes der JLU, auch das bundesweite Agieren der „Eingreiftruppe“ in der Hochschullandschaft soll beleuchtet werden. An dieser Stelle sei aus dem Bericht der sogenannten „Jugendoffiziere“ zitiert, den sie für ihre „Arbeit“ von 2010 vorlegten und in dem es heißt:

Eine stetig wachsende Anzahl von Universitäten und Fachhochschulen erkennt die Vorteile der spezifischen Fachangebote der Jugendoffiziere und öffnen sich der Kooperation mit den Jugendoffizieren. Dabei reichen die Kontakte von einmaligen Vorträgen über Vortragsreihen und Seminare/Planspiele POL&IS bis hin zu einer Einbindung des Jugendoffizers in die Lehre. Bei Hochschulen, mit denen bereits zusammengearbeitet wurde, sind die mit zivilen akademischen Abschlüssen ausgebildeten Jugendoffiziere als „Dozenten auf Augenhöhe“ akzeptiert. Vorallem LehramtsstudentInnen und -studenten sowie deren Lehrkörper arbeiten gerne mit ihnen zusammen. Zudem sind auch Lehrstühle für politische Wissenschaften an den Angeboten der Jugendoffiziere verstärkt interessiert und binden sie als Fachdozent in einzelne Vortragsveranstaltungen, Gesprächsrunden und Diskussionen ein.

Die Problematik des Eindringens der Bundeswehr in zivile Räume, der wir uns in diesem Sinne widmen wollen, hat sich seit dem Umbau der Bundeswehr zu einer Angriffs oder euphemistischer zu einer „Einsatz“-Armee und dem Aussetzen der Wehrpflicht verschärft. Jüngste Berichte über die aktuelle Werbekampagne des ehemaligen Verteidungsheeres, die vor allem über soziale Netzwerke forciert wird, und den Beruf als einen unter vielen darstellen, lassen genauso aufhorchen, wie die programmatischen Beschlüsse des sogenannten Cellar Trialogs von 2008, in dem Politik und Wirtschaft sich besonderes für das Etablieren der Bundeswehr an deutschen Hochschulen stark machten.

Auch in Gießen schickt sich die Bundeswehr an, bei keiner Berufsmesse oder Jobpräsentation in Schulen und Jobcentern zu fehlen. Am 4.10 dieses Jahres hat sie an der „Dietrich Bonhoeffer“ Kooperativen Gesamtschule einen Stand gehabt, auch bei den Jobcentern in Gießen und Umgebung schlägt sie regelmäßig auf und wirbt für den „Dienst an der Waffe“.

Wie perfide, weitläufig und massenwirksam die Kampagnen der Bundeswehr tatsächlich sind, wird auch ein Thema sein, genauso  die Frage nach den Konsequenzen sowohl für die Gießener und bundesweite Zivilklauselbewegung, als auch für ihre MitstreiterInnen an Schulen und Jobcentern, wo die Soldaten ebenso mit routinierter Häufigkeit auftreten und sich als normale Arbeitgeber gerieren. Denn wo auf Volksfesten, Märkten und dem „Tag der offenen Tür“ bei Kasernen Kinder mit Kriegsspielzeug und gar echten Waffen hantieren, wo Jugendoffiziere in Schulen den Kindern erklären dürfen, wie Geopolitik funktioniert und wo Reservistenverbände in der AULA einer Universitätstadt mit einer solchen Geschichte wie die Gießenes ihre „Sicherheitskonferenz“ abhalten dürfen, da braucht es breiten Widerstand.

Mit der jetzt stattfindenden Veranstaltung wollen wir einen Startpunkt dafür setzen, antimilitaristisch, pazifistisch, lokal und wider dem militärischen Besetzen ziviler Räume, sowohl durch die Bundeswehr selbst, als auch durch Rüstungs- und Sicherheitsforschung aufzutreten und fordernt an Studierende und Verantwortliche appellieren: Wir forschen nicht  für den Krieg und die Bundeswehr hat an Hochschulen nichts verloren!

Kommt zahlreich und seht es auch als Einladung an, in Zukunft beim AK Zivilklausel mitzuarbeiten! Zuletzt sei Michael Schulze von Glaßer das Wort erteilt, hier Abschluss seines Vorwortes zu „Heimatfront“

Auch wenn in diesem Text harsche Kritik an der Bundeswehr geübt wird, so geht der allgemeine Blickwinkel weit darüber hinaus: Zugrunde liegt das langfristige Ziel einer Welt ohne Armeen.

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